Die Geschichte der Kadettenanstalt

Die Errichtung der unabhängigen ungarischen militärischen Truppe wurde von einem Gesetz  im Jahre 1868 vorgeschrieben. Es bestand ein wesentlicher Mangel an Offizieren in Ungarn und die einzige Offizier-Kadettenanstalt Ungarns, die Akademie Ludovika konnte einfach keine ausreichende Menge von Offizieren ausbilden. Nach einem Gesetz von 1897 sollten weitere drei Kadettenschulen errichtet werden. Als Möglichkeit für die Errichtung der Kadettenschulen sind drei Städte: Pécs, Sopron und Nagyvárad aufgetaucht. Der berühmteste Architekt der damaligen Zeit, Ignác Alpár wurde beauftragt den Plan der Kadettenanstalt zu entwerfen.

Das dreistöckige, E- förmige Gebäude wurde im neobarocken Stil der Szigeti Straße entlang für 400 Studierende mit 160 Räumlichkeiten erbaut: im Erdgeschoss gab es Speisesäle, einen Ballsaal, eine geräumige Halle, einen Turnsaal (das Schwimmbad war im Keller zu finden), einen Fechtsaal und einen Saal für Scheibenschießen. Die Klassenzimmer befanden sich im ersten Stock, in dem zweiten und dritten Stock die Schlafzimmer der Zöglinge, jeweils mit 20-30 Betten, der Versammlungssaal und die Kapelle. Auf der rechten Seite des Hauptgebäudes wurden die Nebengebäuden, wie die Waschküche, Abstellräume und der Arrest erbaut.

Der mächtige Bau begann im Herbst 1897, um seine Größe zu demonstrieren: 4 Millionen Backsteine wurden eingebaut und oft arbeiteten sogar 1000 Bauarbeiter auf dem Baugelände. Die Kadettenanstalt wurde binnen eines Jahres bis zum August 1898 erbaut.

Während des 21 Jahre langen Bestehens der ungarischen königlichen Kadettenschule in Pécs, wurde sie von den folgenden sechs Kommandanten geleitet: Oberstleutnant Béla Sorsich (1898-1903), Kapitän, später Hauptmann György Sypnievszky (1903-1905), Oberst Dezsõ Nónay (1905-1911,  Oberstleutnant Mihály Csermák (1911-1914), Oberstleutnant Petras Miklós (1914-1917) und Oberstleutnant Riffl Sándor (1917-1919).

1918 wurde die Kadettenschule in den nördlichen Teil des Landes umgesiedelt, und kehrte   erst 1922 nach Pécs zurück. Ihr Name veränderte sich häufig aus politischen und nationalen Gründen, ab 1922 hieß es Ungarische Königliche Realschule und Internat. Ab 1936 hieß es Ungarische Königliche Miklós Zrínyi Offizier Realschule und ab 1942 als Ung. kön. Miklós Zrínyi Infanterie-Kadettenschule. 1944 wurde die Schule nach Sopron umgesiedelt, im Jahre 1945  wieder nach Pécs. 1956 wurde die Kadettenanstalt mit all ihren Nebengebäuden der Medizinischen Universität Pécs übergeben. Damals wurde die Medizinische Universität  POTE genannt, und funktionierte unabhängig von der Universität Pécs. Erstens wurde die 400-Betten Klinik an der nördlichen Seite erbaut, und im Jahre 1965 das Hauptgebäude mit den theoretischen Instituten. 1970 wurde der Umbau des erneuerten Gebäudes beendet, das als Hauptgebäude der POTE und ab 2000 der Medizinischen Fakultät der Universität Pécs funktioniert.