Maurinum

Gegründet wurde der Verein Maurinum von Damjan Varga, einem Zisterziensermönch und Professor an der Fakultät von Geisteswissenschaften in Pécs. Die Gründung des Vereins wurde von Kuno Klebelsberg, Minister für Kultur und Bildung in den 20-er Jahren unterstützt. Die Tätigkeit des Vereines und seine öffentliche Wohltätigkeit trugen wesentlich zur Stiftung des Collegium Maurinum bei, zur Gründung eines Wohnheimes, das nach Sant Maurinum, einem ehemaligen Bischof von Pécs benannt wurde. Der Gesellschaftsvertrag wurde von Reichsverweser Horthy im Dezember 1927 und von Kardinal Justian Serédy, Erzbischof von Esztergom ratifiziert.

Das Gebäude wurde von den Architekten Florian Gaspar und Andor Pilch im neoromanischen Stil entworfen. Die Grundsteineinlegung fand am 22. April 1928 statt. Das Wohnheim wurde binnen eines Jahres aufgebaut und öffnete seine Türe am 1. September 1928 für männliche Studenten: 31 Studenten von der Fakultät für Rechtswissenschaften, 17 Studenten von der Medizinischen Fakultät und 6 weitere von der Fakultät für Geisteswissenschaften. Diejenigen, die im Collegium Maurinum wohnten, mussten auf das Prinzip und Motto der Institution mit einem Eid schwören: „Sciencia et Conscientia“ zu gehorchen. Die wissenschaftlichen Vorbereitungen der Studenten wurden mit den sog. Blockvorlesungen, die jeden Donnerstagabend organisiert wurden unterstützt. An diesen Blockvorlesungen wurden Vorlesungen von bekannten Universitätsprofessoren, Wissenschaftlern, Gastprofessoren aber auch von renommierten Stadtmenschen gehalten.

Das Wohnheim bot seinen Bewohnern auch eine Kapelle, eine Bibliothek von 30.000 Bänden, einen Musiksaal, eine Lounge, ein gut ausgestatteten Fitnessraum  und einen Tennisplatz auf dem Hof an. Weiterhin gab es ein Casino und eine Cafeteria, wo man Weine der Region und Zigaretten der lokalen Tabakfabrik verkaufte. Die Tabakfabrik produzierte eine besondere Zigarettenmarke namens Maurinum ausschließlich für die Bewohner des Wohnheimes. So funktionierte das Wohnheim in den Friedensjahren und kurz nach dem Ende des II. Weltkrieges endete dieses goldene Zeitalter.

Im Jahre 1946 wurden alle katholischen Organisationen und Pfadfinder-Verbände von dem damaligen Innenminister aufgelöst, dementsprechend wurde das Wohnheim geschlossen.
Ab 1951 diente das Gebäude als Wohnheim für männliche und weibliche Studierende der Medizinischen Universität Pécs (damals unabhängig von der Universität Pécs). Das Wohnheim wurde nach János Balassa, einem ausgezeichneten Chirurg des 19. Jhs benannt. Das Gebäude erhielt seinen ursprünglichen Namen Maurinum im Jahre 1991. 80 Jahre nach der Grundsteineinlegung, im Juli 2010 zog das Rektorat der Universität Pécs ins Gebäude des ehemaligen Collegium Maurinum.