Forscher aus Pécs haben ebenfalls eine bedeutende Rolle im Nobelpreis für das Klonen von Capsaicin-Rezeptoren gespielt

5 Oktober 2021

Wie schon bekannt, laut Beschluss der Schwedischen Akademie der Wissenschaften bekamen in 2021 David Julius und Ardem Patapoutian den Medizin-Nobelpreis. Die Entscheidung wurde am 4. Oktober veröffentlicht. David Julius entdeckte den TRPV1-Rezeptor mit der Hilfe von Capsaicin im Jahre 1997. Er befindet sich in den Nervenenden der Haut, die für das Fühlen der Temperatur zuständig sind. Bei dieser Anerkennung haben auch die Mitarbeiter – mit der Leitung des ehemaligen Dr. János Szolcsányi – des Institutes für Pharmakologie unserer Fakultät eine erhebliche Rolle gespielt.

Dr. János Szolcsányi (mit Széchenyi-Preis ausgezeichneter Pharmakologe) war der Schüler von Dr. Miklós Jancsó (Kossuth-Preis-Träger). Er führte 1970 an der Medizinischen Fakultät der Universität Pécs seine Forschungen zusammen mit der Frau seines Meisters, Dr. Aranka Jancsó. Die Konzeption der Existenz der Capsaicin-Rezeptoren ist schon ein Ergebnis der Forschungen in Pécs gewesen, die in einem Artikel schon 1977 veröffentlicht wurde. Nach dem Tode von Dr. Aranka Jancsó nahm er an verschiedenen Studienreisen in Deutschland und in Groß-Britannien teil und arbeitete weiterhin intensiv im Institut für Pharmakologie mit seinen jungen Kollegen zusammen. Sie machten zahlreiche international anerkannte Entdeckungen auf dem Gebiet der Physiologie und Pharmakologie der Sinnesnerven.

Die Grundlagen der Forschungen von Nobelpreisträger Dr. David Julius beruhen ebenfalls auf diesen Grundlagen. Ihm geling es, das Capsaicin-Rezeptor zu klonen, das ermöglichte eine neue Art von Schmerzmitteln zu entwickeln, die unmittelbar auf die Sinnesnerven ihre Wirkung ausüben.

Obwohl 2015 auch Dr. János Szolcsányi zusammen mit David Julius nominiert worden ist, wurde der Preis nicht ihnen zugesprochen. Der Professor hat den aktuellen Erfolg nicht mehr erleben dürfen. Ihre Nachfolger, die Mitglieder der in Pécs gegründete „Szolcsányi-Schule” setzen seine Forschungen fort. Dr. Erika Pintér, Dr. Loránd Barthó, Dr. Gábor Pethő und Dr. Zsuzsanna Helyes haben mehrere Jahrzehnte lang mit Dr. János Szolcsányi zusammen gearbeitet. Sie alle sind weiterhin im engen Kontakt mit David Julius und mit seinen Kollegen, die sich über die ungarischen Forschungen mit Anerkennung äußern.