Die Delegation der Medizinischen Fakultät der Universität Pécs besuchte im November die Kassenzahnärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt (KZV Sachsen-Anhalt) in Magdeburg, um die seit fast fünf Jahren bestehende Kooperation zu besprechen. Im Rahmen dieser Kooperation studieren Student*innen aus Sachsen Zahnmedizin in Pécs. Bewerbungen dafür sind vom 1. bis 28. Februar 2026 möglich.
Die Medizinische Fakultät der Universität Pécs und die Kassenzahnärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt haben im Januar 2022 eine Kooperation vereinbart), um 12 Studierenden aus Sachsen die Möglichkeit zu geben, an dem Zahnmedizinstudium teilzunehmen. Derzeit erhalten jedoch jedes Jahr 20 Studierende die Möglichkeit, in Pécs zu studieren. Ihre Studiengebühren werden von der ländlichen Zahnärztekammer übernommen. Im Gegenzug kehren die Studenten nach ihrem Abschluss nach Sachsen zurück, um dort zu praktizieren und so den Zahnärztemangel zu verringern.
ZM Online berichtete über den Besuch (Zahnärztemangel: Sachsen-Anhalt kooperiert mit Pécs – zm-online) und hebt hervor, dass auch Dr. Reiner Haseloff (Ministerpräsident, CDU) und das Land Sachsen-Anhalt die Zusammenarbeit unterstützen. Das Programm zielt darauf ab, junge Menschen in europäischen Ländern auszubilden, damit sie anschließend mit dem während ihrer Ausbildung erworbenen Wissen nach Deutschland zurückkehren. Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt übernimmt die Studiengebühren, und Verschiedene Landkreise und Gemeinden unterstützen das Programm der KZV zudem mit Kombi-Stipendien und vergeben „Finanzspritzen“ für den Lebensunterhalt der Studierenden.

Wir haben erkannt, dass wir als Zahnärzteschaft Eigeninitiative zeigen müssen, wenn wir die zahnärztliche Versorgung im Land langfristig erhalten wollen“, zitiert zm online KZV-Chef Dr. Jochen Schmidt. „Unsere Zusammenarbeit mit der Medizinischen Hochschule verbindet eine hochwertige europäische Ausbildung mit unserem klaren regionalen Ziel, die zahnärztliche Versorgung insbesondere in ländlichen Gebieten sicherzustellen“, fügte er hinzu.
„Die Zahnmedizin ist ein wichtiger Baustein für die Gesundheitsversorgung im Land." sagte Dr. Reiner Haseloff, Ministerpräsident des Bundeslandes, der im vergangenen Jahr als Leiter einer Delegation aus Sachsen-Anhalt die Medizinische Fakultät der Universität Pécs besuchte und sich dort über das Ausbildungsprogramm und dessen Kriterien informierte. Er stellte fest, dass das Programm ein gelungenes Beispiel dafür sei, wie sie Fachkräfte gewinnen können, statt sie nur zu suchen, und dass es auch zeigt, was durch die Kombination einer Initiative mit europäischer Zusammenarbeit erreicht werden kann.
Der Artikel stellt auch das vom Landtag Sachsen-Anhalt im Sommer 2025 verabschiedete Zahnarztgesetz vor, das die Initiative und die finanziellen Rahmenbedingungen für Stipendien für ein Zahnmedizinstudium in Europa strukturell stärkt.