Auch im vergangenen Jahr hatten Studierende der Humanmedizin im fünften und sechsten Studienjahr an der Medizinischen Fakultät der Universität Pécs erneut die Möglichkeit, an einer objektiv strukturierten klinischen Prüfung (Objective Structured Clinical Examination, OSCE) teilzunehmen. Diese international etablierte, komplexe Prüfungsform trägt nun bereits im dritten Jahr in Folge zur Entwicklung sowie zur strukturierten Erfassung der praktischen Fertigkeiten, des klinischen Denkens und der kommunikativen Kompetenzen der Studierenden bei.
Im Rahmen des OSCE 2025 nahmen insgesamt 60 Studierende an der formativen, nicht benoteten Prüfung teil – in ungarischer, englischer und deutscher Sprache, mit jeweils 20 Teilnehmenden pro Unterrichtssprache. Die Prüfung wurde in sechs Durchgängen organisiert und umfasste zehn unterschiedliche Stationen. Die Stationen modellierten realitätsnahe klinische Situationen; zu den Settings gehörten Notfallversorgung, hausärztliche Praxis sowie stationäre und operative Umgebungen. Während der Prüfung konnten die Studierenden unter anderem die Akutbeurteilung von Patient:innen (ABCDE-Schema), die Anamneseerhebung, gezielte körperliche Untersuchungen, prozedurale Fertigkeiten sowie besondere Situationen der Arzt-Patienten-Kommunikation – etwa das Überbringen schlechter Nachrichten – üben. Ziel der Prüfung war es auch in diesem Jahr, grundlegende ärztliche Kompetenzen entlang häufiger und klinisch relevanter Krankheitsbilder zu erfassen. Mithilfe strukturierter Bewertungsbögen erhielten alle Studierenden unmittelbar ein detailliertes Feedback zu ihrer Leistung; neben der technischen Durchführung wurden auch das klinische Denken und die Qualität der Kommunikation bewertet.
Auf Basis der Rückmeldungen der Teilnehmenden war das OSCE auch 2025 gut organisiert, mit realitätsnahen und lebensnahen Situationen, und unterstützte die Studierenden wirksam dabei, ihre Stärken sowie ihre Entwicklungsbereiche zu erkennen.
Einige Rückmeldungen von Studierenden und Dozierenden:
„Ich konnte mein Wissen erproben, und sowohl meine Stärken als auch meine Entwicklungspotenziale wurden sichtbar. Das zeigt sich bei einer klassischen Prüfung nicht unbedingt.” (Studierende)
„Ich habe sehr viel gelernt, die Situationen waren realistisch, und besonders gut war, dass ich die Aufgaben alleine bewältigen musste. Auch die Rückmeldungen der Lehrenden waren äußerst gezielt und effektiv.” (Studierende)
„Die Prüfung hat sehr gut modelliert, was im wirklichen Leben erforderlich ist: In einem Moment muss man schlechte Nachrichten überbringen, im nächsten Entscheidungen in einer Notfallsituation treffen. Sie hat verdeutlicht, dass es im klinischen Alltag keine Möglichkeit gibt, im Lehrbuch zurückzublättern – das gesamte lexikalische Wissen und die Fertigkeiten müssen unmittelbar angewendet werden.” (Studierende)
„Es war gut, die Studierenden in realistischen, klinische Situationen simulierenden Szenarien zu sehen, mit denen sie zuvor noch nicht konfrontiert waren. Diese stellen einen wichtigen Bestandteil der ärztlichen Tätigkeit dar.” (Dozierende)
An der Prüfung waren insgesamt 55 Lehrende aus zahlreichen Kliniken und Instituten beteiligt, zudem wirkten 31 ausgebildete Simulationspatient:innen im Rahmen des Simulationspatientenprogramms des Instituts für Fachsprachen und Medizinische Kommunikation mit, ergänzt durch studentische Demonstrator:innen.
An OSCE 2025 beteiligte fallverantwortliche Kliniken, Prüfer:innen und Simulationspatient:innen:
Institut für Grundversorgung: Dr. Csikós Ágnes, dr. Fülöp Balázs, dr. Pozsgai Éva, dr. Ruzsa Beáta, dr. Ujvári Balázs
Institut für Anästhesiologie und Intensivtherapie: Dr. Viktor Bacher, Dr. Márton Németh, Dr. Martin Rozanovic, Dr. Diana Schrick
Institut für Medizinische Fachsprachen und Kommunikation: Dr. Judit Fekete, Dr. Rita Kránicz, Dr. Katalin Lepenye Eklicsné, Dr. Anikó Kőhalmi Hambuchné, Renáta Halász, Dr. Alexandra Csongor Szántóné
Klinik für HNO und Kopf- Halschirurgie: Dr. István Háromi, Dr. Adrienn Németh, Dr. István Tóth
I. Klinik für Innere Medizin: Dr. Judit Bajor, Dr. László Czopf, Dr. Roland Hágendorn, Dr. Béla Hunyady, Dr. Dániel Pécsi, Dr. István Ruzsics, Dr. Patrícia Sarlós, Dr. Szilvia Soós, Dr. Péter Varjú, Dr. Péter Vén, Dr. Éva Németh Ferencziné
II. Klinik für Innere Medizin und Zentrum für Nephrologie, Diabetologie: Dr. Viktória Bekő, Dr. Szilárd Kun, Dr. Boglárka Laczy, Dr. Gergő Molnár, Dr. Balázs Sági, Dr. Judit Sebők
Institut für Verhaltenswissenschaften: Dr. Boróka Gács
Klinik für Neurologie: Dr. Beáta Bóné, Dr. Csilla Gyimesi, Dr. Márk Harmat, Dr. Zsófia Nozomi Karádi, Dr. Renáta Rozgonyi, Dr. Ágnes Sebők, Dr. Dalma Tényi
Zentrum für medizinische Kompetenzentwicklung und Innovation: Dr. Zoltán Sándor, Adrienn Jakabovics
Klinik für Chirurgie: Dr. Sándor Ferencz
Lehrkrankenhaus Mór Kaposi, Kaposvár, Abteilung fur Neurologie: Dr. Orsolya Török
Klinik für Notfallmedizin: Dr. Balázs Cséke, Dr. Lajos Szakó
Klinik für Urologie: Dr. Mátyás Belák, Dr. Bence Béres, Dr. Péter Czétány, Dr. Miklós Damásdi, Dr. Sebestyén Kovács, Dr. Ákos Pytel, Dr. Donát Péter Sarlós
Simulationspatientenprogramm und Demonstrator:innen: Lívia Breuer, Christel Dürr, Corina Kappen, Szilvia Dargó, Márk Dömötör, János Flódung, Mária Flódung, Csilla Földes, Ildikó Frank, Guillermo Gastiaburu, Bálint Hír, Bernadett Kratofil, Leah Stanzel, Orsolya Ligetfalvi, Ákos Lokodi, Katalin Major, Ákos Markovics, Zsófia Pásztor, Vince Ronczyk, Ildikó Russay, Nia Mahan Sayadi, György Szabó, Gergely Szép, Thea Müller, Márk Vincent Keppler, Janka Zöldvölgyi sowie Levente Barton Blakney, Eszter Bodrogvári, Dorottya Fritz, Joori Park und Anetta Tóth.
Die fachliche Leitung des Projekts übernahm Dr. Judit Sebők (II. Klinik für Innere Medizin und Nephrologie, Diabetologie-Zentrum), während die organisatorische Koordination von Dr. Gergely Csaba, Mitarbeiter der Lehrstuhl für Medizinische Bildungsförderung und Kommunikation am Institut für Verhaltenswissenschaften, durchgeführt wurde. Die Koordination und Vorbereitung der Simulationspatient:innen erfolgte durch Lehrende des Instituts für Medizinische Fachsprachen und Kommunikation – Dr. Anikó Kőhalmi Hambuchné, Dr. Judit Fekete, Dr. Katalin Lepenye Eklicsné, Renáta Halász, Dr. Rita Kránicz und Dr. Alexandra Csongor Szántóné –, die die Leistungsbewertung der Studierenden während der Prüfung auch als Kommunikationsexpert:innen unterstützten. Die notwendige Infrastruktur sowie die moderne Simulationstechnik wurden von den Fachkräften und Techniker:innen des von Dr. Szilárd Rendeki geleiteten Zentrums für medizinische Kompetenzentwicklung und Innovation (OKIK) bereitgestellt.
Im Frühjahr 2026 bereitet sich die Fakultät bereits auf die Prüfung von mehr als 90 Studierenden vor, unter Einbeziehung weiterer Kliniken und in Anpassung an internationale Akkreditierungsanforderungen sowie an die Entwicklungsrichtungen einer praxisorientierten medizinischen Ausbildung. Langfristiges Ziel der Fakultät ist die Integration des OSCE in das Pflichtcurriculum. Einen wichtigen Meilenstein stellt dabei dar, dass auf Vorschlag des Prodekans für Bildung, Dr. László Czopf, und auf Grundlage der Entscheidung der Curriculum-Kommission das OSCE für Studierende, die ihr Studium im Jahr 2025 begonnen haben, im 10. Semester als verpflichtendes curriculäres Element eingeführt wird.
Kolleginnen und Kollegen, die sich für die OSCE-Prüfungen interessieren, können sich in verschiedenen Fortbildungskursen für Dozierende über das Thema informieren - zum Beispiel im Kurs „Zukunftsorientierte Lehrmethoden und Skillentwicklung“ zum Thema Prüfungsmethodik oder in den zugänglichen Materialien von „Módszertani Morzsák“ auf POTEPedia. Informationen zum aktuellen OSCE sind auf der Website zu finden.
Galerie:
Photos:
Kornélia Bálint
