In der medizinischen Ausbildung kommen zahlreiche Prüfungsmethoden zur Beurteilung der Kenntnisse der Student*innen zum Einsatz, wobei das international verbreitete OSCE-Format, also die „objektive strukturierte klinische Prüfung“, eine hervorgehoben wird. An der Medizinischen Fakultät der Universität Pécs wird diese Methodik seit 2023 angepasst, und die OSCE 2026 bot bereits 96 Medizinstudent*innen im fünften und sechsten Studienjahr die Möglichkeit, individuell in ungarischer, englischer und deutscher Sprache zu praktizieren.
Im Rahmen des international verbreiteten OSCE-Formats können die Student*innen ihre praktischen Fähigkeiten an einer Reihe komplexer Stationen anhand realitätsnah gestalteter, häufig vorkommender und/oder lebensbedrohlicher klinischer Situationen testen, die von geschulten Laien, den sogenannten „Simulationspatienten“, dargestellt werden. Die Prüfer verfolgen den Ablauf als externe Beobachter, bewerten die Leistung der Teilnehmer anhand eines objektiven Bewertungsbogens und geben nach Abschluss der Situationen mündliches Feedback zu den Stärken und den verbesserungswürdigen Bereichen der Student*innen. Ein einzigartiger und wesentlicher Bestandteil des Programms ist, dass auch die Simulationspatienten an der Bewertung der Student*innen beteiligt sind, wobei sie den Fokus auf die Perspektive der Patienten und die Arzt-Patienten-Beziehung legen.
Auch im Jahr 2026 wurde das Programm erweitert: Über die bereits seit Jahren abgedeckten klinischen Bereiche hinaus konnten sich die Student*innen nun auch in alltäglichen Situationen der Dermatologie, Pädiatrie, Infektiologie, Psychiatrie, Rheumatologie, Geburtshilfe und Urologie beweisen. Sie konnten die Anamneseerhebung und die körperliche Untersuchung üben sowie ihre verfahrenstechnischen Fähigkeiten unter Beweis stellen; zudem erhielten sie eine Bewertung ihres differenzdiagnostischen Denkens, ihrer Kompetenz in der Notfallversorgung und ihrer Kommunikationsfähigkeiten.
Auf Vorschlag des ehemaligen Prodekans für Bildung, Dr. László Czopf, und gemäß dem Beschluss des Lehrplankomitees ist die Ablegung einer OSCE-Prüfung im Lehrplan für die Erstsemester des Studienjahres 2025/2026 bereits verpflichtend, bleibt jedoch weiterhin ein formatives Element – die intensive Weiterentwicklung der Anwendung dieser Methodik ist eine vorrangige Priorität der Fakultät.
Das Feedback zu den Prüfungen war auch in diesem Jahr sehr positiv. Nach Ansicht der Student*innen tragen das sichere, konstruktive Umfeld und die realitätsnahen Situationen wesentlich zu ihrem Lernerfolg bei.
„Ich bin in den Fähigkeiten, die ich bereits beherrschte, selbstbewusster geworden, und es hat mir gezeigt, in welchen Bereichen ich mir meiner Kenntnisse unsicher war, sodass ich in Zukunft besser darauf achten kann“, – erklärte einer der Teilnehmer, während für einen anderen die wichtigste Erkenntnis darin bestand, dass sie jede Gelegenheit zur Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten nutzen müssen, um später in ähnlichen Situationen im Klinikum auch alleine zurechtzukommen.
Von den Teilnehmern gab es auch konstruktive Kritik, aus der sich neben der Methodik auch nützliche Schlussfolgerungen für die klinische Ausbildung ziehen lassen.
„Es wäre sehr gut, wenn wir während unserer Ausbildung Notfälle (ABCDE) üben könnten, vielleicht sogar im Rahmen eines Pflichtfachs, denn dies ist ein Bereich, in dem der Zeitfaktor eine große Rolle spielt, der Druck hoch ist, aber gleichzeitig darf auch die Empathie nicht vergessen werden. Darauf sind wir nicht ausreichend vorbereitet, im Gegensatz beispielsweise zur Inneren Medizin, mit der die meisten unserer Fächer verbunden sind“, meinte einer der Studierenden.
Auch die Dozent*innen haben wichtige Erfahrungen gesammelt.
„Es ist wichtig, die Student*innen auf komplexe Aufgaben vorzubereiten, da dies auch ihre tägliche Arbeit sein wird. Diese Prüfung erinnert an den Alltag und macht gleichzeitig deutlich, dass ein Arzt vielseitig, flexibel und vielseitig sein muss“, sagte einer von ihnen, während ein anderer Dozent darauf hinwies, dass die Student*innen präzises und verwertbares Feedback zu ihrer Ausbildung gegeben hätten, das sofort in die Praxis umgesetzt worden sei.
Den Rückmeldungen der Simulationspatienten zufolge ist das Programm auch deshalb nützlich, weil es die Student*innen auf eine schnelle, fachgerechte und menschliche Kommunikation vorbereitet. Mit Freude stellten sie fest, dass sie viele engagierte Dozent*innen und Student*innen getroffen haben. Auch sie empfanden die Teilnahme daran als spannende Herausforderung und positive Erfahrung und brachten gleichzeitig ihren Stolz darüber zum Ausdruck, dass sie zur Weiterbildung der zukünftigen Ärzte beitragen konnten, damit diese einfühlsamer und patientenorientierter werden.
An der Prüfung nahmen 76 Dozent*innen aus zahlreichen Kliniken und Instituten teil; außerdem waren 35 ausgebildete Simulationspatienten als Vertreter des Simulationspatientenprogramms des Instituts für Medizinische Fachsprachen und Kommunikation sowie 9 Student*innen als Darsteller in den Situationen dabei.
Die Kliniken, Prüfer und Simulationspatienten der OSCE-Falleiter im Jahr 2026:
Institut für Grundversorgung: dr. Ágnes Csikós, dr. Balázs Fülöp, dr. Éva Pozsgai, dr. Péter Varga, dr. Réka Várnai
Klinik für Dermatologie, Geschlechtskrankheiten und Onkodermatologie: dr. Tamás Bancsók, dr. Máté Bognár, dr. Zsuzsanna Lengyel, dr. Csongor Németh, dr. Annamária Rózsa
Institut für Medizinische Fachsprachen und Kommunikation: Alexandra Szántóné dr. Csongor, Katalin Eklicsné dr. Lepenye, Renáta Halász, Anikó Hambuchné dr. Kőhalmi, dr. Rita Kránicz
Klinik für HNO und Kopf- Halschirurgie: dr. Kinga Harmat
Klinik für Kinderheilkunde: dr. Orsolya Lakatos, dr. Zoltán Nyul, dr. Barnabás Rózsai
Klinik I. für Innere Medizin: dr. Zsófia Feiszt, dr. Szilárd Gódi, dr. Roland Hágendorn, dr. Anita Kacsó, dr. Ágnes Kappéter, dr. Katalin Koltai, dr. Klára Magyar, dr. Éva Németh, dr. Dániel Pécsi, dr. Zoltán Péterfi, dr. Kinga Tótsimon, dr. Péter Varjú, dr. Péter Vén, dr. Áron Vincze
Klinik II. für Innere Medizin und Zentrum für Nephrologie: dr. Viktória Bekő, dr. Márton Mohás, dr. Erika Ortmann, dr. Judit Sebők, dr. Zsófia Sütő
Institut für Verhaltenswissenschaften: dr. Béla Birkás, dr. Boróka Gács
Klinik für Neurologie: dr. Márk Harmat, dr. Zsófia Karádi, dr. Mirtill Rohonczi, dr. Renáta Rozgonyi, dr. Dalma Tényi
Klinik für Onkotherapie: dr. Szabolcs Bellyei, dr. Emőke Papp
Zentrum für medizinische Kompetenzentwicklung und Innovation (OKIK): dr. Viktor Bacher, Mónika Huckné Nagyházi, dr. Zsuzsanna Németh, Lídia Rendek-Forró, dr. Zoltán Sándor
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie: dr. Borbála Pethő, dr. Mária Simon, dr. Tamás Tényi
Klinik für Rheumatologie und Immunolgie: Dr. Kristóf Filipánits, Dr. Gabriella Nagy, Dr. Cecília Varjú
Klinik für Chirurgie: dr. Gábor Szalai, dr. Zalán Szántó
Klinik für Notfallmedizin: dr. Balázs Cséke, dr. Lajos Szakó
Klinik für Kardiologie: Dr. Máté Hajdu, Dr. András Komócsi, Dr. Attila Kónyi, Dr. Zsófia Meiszterics
Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe: Dr. Bálint Farkas, Dr. Eszter Hantosi, Dr. Sándor Rácz, Dr. Lóránt Péter Vida
Klinik für Urologie: Dr. Máté Mészáros, Dr. Ákos Pytel, Dr. László Rumi, Dr. Donát Péter Sarlós, Dr. Martin Schön
Simulationspatienten-Programm: Brigitta Bocz, Lívia Breuer, Christel Dürr, Corina Kappen, Gyöngyvér Czimber, Péter Csatlós, Szilvia Dargó, Márk Dömötör, Borbála Egregyi, Judit Fekete, János Flódung, Mária Flódung, Csilla Földes, Ildikó Frank, Guillermo Gastiaburu, István Hottó, Jonas Standke, Csaba Komáromi, Leah Stanzel, Katalin Major, Beáta Mézes, Zsófia Pásztor, Anita Pintér, Lili Porkoláb, Piroska Pőgl, Vince Ronczyk, Ildikó Russay, Nia Mahan Sayadi, Cameron Shaw, Simon Wintermans, György Szabó, Gergely Szép, Thea Müller, Janka Zöldvölgyi
Demonstrator*innen und Mitspiler*innen aus OKIK: Kristóf Ádám, Éva Anna Andor, Eszter Bodrogvári, Ákos Kollárovics, Anna Müller, Fruzsina Prohászka, Márk Szabó, Anetta Tóth, Diána Zóra Tóth
Als medizinische Leiterin des Projekts fungiert Dr. Judit Sebők, Dozentin an der II. Klinik für Innere Medizin und Nephrologie, als medizinische Leiterin des Projekts, und als Organisator des Programms koordinierte die Arbeit der beteiligten Organisationseinheiten Dr. Gergely Csaba, Mitarbeiter der Abteilung für medizinische Ausbildungsentwicklung am Institut für Verhaltenswissenschaften.
An der Koordination und Vorbereitung der Simulationspatienten waren Dozentinnen des Instituts für Medizinische Fachsprachen und Kommunikation beteiligt: Dr. Anikó Hambuchné Kőhalmi, Ildikó Frank, Dr. Katalin Eklicsné Lepenye, Renáta Halász, Dr. Rita Kránicz und Dr. Alexandra Csongor Szántóné, die bei der Prüfung auch als Kommunikationsexpertinnen bei der Bewertung der Student*innen halfen.
Die infrastrukturelle Ausstattung und die modernen Simulationsgeräte wurden von den Fachkräften und Technikern des Zentrums für medizinische Kompetenzentwicklung und Innovation (OKIK) bereitgestellt.
Bei der Koordination der Student*innen übernahm Dr. Eszter Édes, Assistenzärztin am Institut für Onkotherapie, eine führende Rolle; die Vorbereitung der Student*innen auf die Methodik wurde von den Demonstratoren Anetta Tóth und Levente Blakney sowie den von ihnen betreuten DDK-Student*innen unterstützt.
Kolleg*innen, die sich für das OSCE interessieren, können sich in verschiedenen Kursen ausführlicher mit dem Thema befassen, beispielsweise im Rahmen des Kurses „ Zukunftsorientierte Lehrmethoden und Skillentwicklung“ sowie in den Materialien der Reihe „Methodische Krümel“ zu diesem Thema, die auf der POTEPedia-Plattform verfügbar sind.
Student*innen, die sich für Simulationen interessieren, können sich in der Rolle von Patienten versuchen; entsprechende Informationen finden Sie auf der Seite „Simulationspatienten-Programm“.
Galerie:
Fotos:
Kornélia Bálint
