Mit einer Festkonferenz, einem informativen Kurzfilm und einer Ausstellung wurde am 15. September an der Medizinischen Fakultät in Pécs das 100-jährige Bestehen der Pekár Mihály Fachbibliothek für Medizin und Lebenswissenschaften des Universitätsbibliotheks- und Wissenszentrums der Universität Pécs gewürdigt. Die sowohl hinsichtlich ihres Bestands als auch ihres Leserkreises einzigartige Einrichtung ist bis heute eine wichtige Basis und Unterstützerin der lokalen Ausbildung in Medizin, Zahnmedizin und Pharmazie.
„Mit unseren Festprogrammen haben wir die Geschichte einer Einrichtung vorgestellt, die ein Jahrhundert lang als stille, aber dennoch unverzichtbare Hintergrundinstitution für Wissenschaft, Lehre und Heilkunst gedient hat – und dies auch in Zukunft tun wird. In einem Bibliotheksleben sind hundert Jahre nicht nur ein bedeutender Meilenstein, sondern auch eine Geschichte, die aus der Arbeit, dem Wissen, dem Engagement und dem Dienst mehrerer Generationen aufgebaut ist“, erklärte anlässlich des Jubiläums Péter Besse, Leiter der Pekár Mihály Fachbibliothek für Medizin und Lebenswissenschaften.
Er betonte: Es handelt sich um eine Hochschulfachbibliothek, die die Ausbildung in Medizin, Zahnmedizin und Pharmazie in Pécs auf einer Fläche von mehr als 1.000 Quadratmetern unterstützt, mit Lesesälen für 200 Personen und mehreren zehntausend Fachbänden. Hinsichtlich ihres Bestands und ihres Leserkreises könne sie vor allem in der Komitat Baranya als einzigartig angesehen werden.
Professorin Dr. Dóra Zelena, Direktorin des Instituts für Physiologie der Medizinischen Fakultät in Pécs, ließ in ihrem Vortrag den Lebensweg und die wichtigsten Stationen der beruflichen Laufbahn von Mihály Pekár, dem ehemaligen Dekan der Medizinischen Fakultät der Elisabeth-Universität in Bratislava, Revue passieren. Sie erläuterte, dass Er neben seiner Lehr- und Forschungstätigkeit auch beim Aufbau von Institutionen, bei der Verlegung der Universität nach Pécs sowie bei der Gründung einer eigenständigen medizinischen Fakultätsbibliothek eine maßgebliche Rolle spielte. Letztere sowie den von ihm gegründeten Lehrstuhl für Physiologie leitete er bis zu seinem Tod im Jahr 1942.
„Er hat nicht nur gelehrt und geforscht, sondern auch eine Institution und eine Tradition geschaffen, die sein Lebenswerk auch für die heutige Generation bedeutsam machen“, betonte Sie.
Aus dem Vortrag über die Geschichte der Pekár Mihály Fachbibliothek für Medizin und Lebenswissenschaften ging hervor, nach welchen Gesichtspunkten ihr Gründer mit dem Aufbau begann. Die Bibliothekarin Csilla Szabolcsi berichtete, dass Pekár die Bibliothek der Medizinischen Fakultät der Péter-Pázmány-Universität als Vorbild nahm, gleichzeitig aber einen breiteren Zugang zur Fachliteratur ermöglichen wollte, der auch für die Studierenden von Bedeutung war. Deshalb richtete er 1926 zu diesem Zweck zwei Räume im Institut für Physiologie ein und sorgte auch für die notwendigen personellen Voraussetzungen für den Betrieb. Die Sammlung wurde 1946 in die Universitätsbibliothek überführt. Mit der Verselbstständigung der Medizinischen Universität Pécs entstand jedoch erneut der Bedarf an einer eigenständigen lokalen Einrichtung, der 1970 verwirklicht wurde.
Professor Dr. Tamás Tényi, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Klinischen Zentrums der Universität Pécs, hielt es in seiner Ansprache für wichtig, den Geist, für den Mihály Pekár stand, zu vertreten und weiterzugeben. In diesem Zusammenhang erwähnte er die 2019 gestartete Buchreihe „Berühmte Pécser Professoren“, deren Protagonisten prägende Persönlichkeiten der medizinischen Ausbildung in Pécs sind: Dr. Camillo Reuter, Dr. György Romhányi, Dr. Jenő Ernst, Dr. Soma Fekete, Dr. Károly Berde, Dr. Ödön Kerpel-Fronius und Dr. Szilárd Donhoffer. Wie er sagte, werden ihre Laufbahnen und Lebenswerke in den jeweiligen Bänden aus vielfältigen Perspektiven lebendig: durch persönliche Erinnerungen, systematische analytische Studien, zeitgeschichtliche Dokumente, Fotografien und Korrespondenzen.
Bei der Feier wurde der erste Teil einer Reihe populärwissenschaftlicher Kurzfilme über die Geschichte der Universitäten in Pécs gezeigt. Er beleuchtet die Bedeutung von Mihály Pekár während der von Kriegen und schwierigen Umständen geprägten Epoche des 20. Jahrhunderts, insbesondere im Zusammenhang mit der Verlegung der Universität von Bratislava.
Ein interessanter Programmpunkt der Feier war auch die Präsentation der Ausstellung „Widmungen für Mihály Pekár“, die im dritten Stock der Medizinischen Fakultät eröffnet wurde. Das Durchsehen der in den Vitrinen ausgestellten Bände ermöglicht es, die Entwicklung der Medizin nachzuverfolgen; anhand der gewidmeten Exemplare und Eintragungen erhält man zugleich Einblicke in die Geschichte einer ganzen Epoche.
Péter Besse, Leiter der Pekár Mihály Fachbibliothek für Medizin und Lebenswissenschaften, erklärte mit Blick auf die Zukunft der Bibliothek, dass ihre Dienstleistungen den Anforderungen der heutigen Zeit entsprechen. Um den Bedürfnissen der Studierenden gerecht zu werden, müsse jedoch die Größe des Lernbereichs erweitert werden.
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Dávid Verébi
