Studierende des deutschen Studiengangs der höheren Semester der Medizinischen Fakultät in Pécs haben für ihre jüngeren Kommilitonen einen Workshop zum Thema Signaltransduktion als Pilotprojekt organisiert, um das komplexe Thema der Signalübertragung auf anschauliche, interaktive und nachhaltig vermittelnde Weise zugänglich zu machen. Beflügelt vom Erfolg dieser Initiative möchten sie auch in Zukunft solche Veranstaltungen durchführen, und zwar sogar auf Englisch, Ungarisch und Deutsch.
Im Mittelpunkt der am 10. März abgehaltenen Veranstaltung mit dem Titel „Zelluläres WhatsApp: Vom Liganden zur Reaktion“ stand das Verständnis der grundlegenden Mechanismen der Kommunikation zwischen Zellen. Die Signalübertragung ist für zahlreiche physiologische und pathophysiologische Prozesse von grundlegender Bedeutung; Ziel des Workshops war es, den Teilnehmern umfassendes und anwendbares Wissen zu diesem Thema zu vermitteln.
Die auf Deutsch gehaltene Veranstaltung schließt eine wichtige Lücke. Wie wir von den Organisatoren erfahren haben, ist die Signalübertragung (Signaltransduktion) eines der zentralen Themen des Medizinstudiums, das sich durch die gesamte Ausbildung zieht – von der Zellbiologie im ersten Jahr über die Biochemie im zweiten Jahr bis hin zur Pharmakologie im vierten Jahr. Dennoch sind sich viele Studierende der Bedeutung dieses Themas nicht bewusst und lernen es oft nur, um die Prüfung in molekularer Zellbiologie erfolgreich zu bestehen – häufig unter Zeitdruck und nicht ausreichend effizient. In den späteren Semestern wird dieses Grundwissen bereits vorausgesetzt und durch weitere medizinische Kenntnisse ergänzt, was leicht zu einer Überlastung führen kann. Das Ziel war daher die Festigung oder Wiederholung der Grundlagen, um die Studierenden so beim erfolgreichen Abschluss des Semesters zu unterstützen.

Das Programm begann mit einer strukturierten theoretischen Einführung, die von Dr. Balázs Radnai, Dozent am Lehrstuhl für Pathobiochemie der Medizinischen Fakultät der Universität Pécs, gehalten wurde. Nach der Klärung der Grundbegriffe arbeiteten die Studierenden in kleinen Gruppen im Rotationssystem weiter. Die verschiedenen Aufgabentypen – Multiple-Choice-Quiz, Zusammenstellung einer Signalübertragungskaskade, Systematisierung von Signalübertragungsproteinen sowie Vergleich von Rezeptortypen – dienten sowohl der Wiederholung als auch der aktiven Wissensüberprüfung.
Zu den Lehrzielen gehörten das Verständnis der grundlegenden Mechanismen der Signalübertragung, ein Überblick über die wichtigsten Signalwege, die Anwendung des Wissens auf klinische Fragestellungen sowie die Förderung von Teamarbeit und Problemlösungsfähigkeiten. Zur Stärkung der Motivation trug ein moderierter Wissenswettbewerb bei, bei dem der Schwerpunkt vor allem auf der Zusammenarbeit lag.
Zum Abschluss des Workshops wurden die wichtigsten Signalwege anhand klinischer Beispiele veranschaulicht, wobei aufgezeigt wurde, wie die molekularen Mechanismen unmittelbar mit Krankheiten und therapeutischen Möglichkeiten zusammenhängen.
Den Rückmeldungen zufolge war die Initiative erfolgreich und bot den Studierenden eine nützliche Orientierungshilfe; daher möchten wir den Studierenden diese Möglichkeit auch in den kommenden Semestern bieten, möglicherweise sogar in allen drei Sprachen. Geplant ist, den Workshop auf zwei Einheiten à 1,5 Stunden auszuweiten: Beim ersten Mal findet eine umfassende Wiederholung statt, während beim zweiten Mal ein wettbewerbsorientierter Wissenstest organisiert wird.