Brücke zur sicheren Patientenversorgung

15 September 2026

Wie lassen sich medizinische Facharbeiter auch auf die ungewöhnlichsten Situationen vorbereiten? Warum ist das Muskelgedächtnis für eine sichere Patientenversorgung von entscheidender Bedeutung, und wie kann ein „Eintagesarzt“ darüber verfügen? Antworten auf diese Fragen liefert die Simulationsausbildung, die in der medizinischen Ausbildung eine Schlüsselrolle spielt. In die Geheimnisse dieser Arbeitsweise haben uns die Leiter des Zentrums für medizinische Kompetenzentwicklung und Innovation der Medizinischen Fakultät in Pécs, Dr. Szilárd Rendeki und Dr. Péter Maróti, eingeweiht.

Verfasst von Miklós Stemler

„Wer es kann, macht es; wer es nicht kann, lehrt es“ – so lautet eine weit verbreitete Weisheit, deren Wahrheitsgehalt man – wie bei anderen gängigen Weisheiten auch – mit großen Vorbehalten betrachten sollte. Das Sprichwort verdeutlicht jedoch hervorragend das komplexe Verhältnis zwischen praktischem und theoretischem Wissen sowie zwischen Theorie und Praxis, das bis heute eines der wichtigsten Probleme in der medizinischen Ausbildung darstellt. Wie lassen sich die an Patienten durchzuführenden Verfahren sicher ohne Patienten erlernen, und ist es möglich, angehenden Ärzten ein Wissen zu vermitteln, mit dem sie beispielsweise bereits vom ersten Tag an in der Notfallversorgung bestehen können?

An der Beantwortung dieser Fragen arbeitet man im Zentrum für medizinische Kompetenzentwicklung und Innovation der Medizinischen Fakultät der Universität Pécs, wo die Kombination aus modernsten Simulationstechnologien, Lehrmethoden und bewährte Verfahren den Erwerb jener Grundlagen gewährleisten, die in akuten Situationen den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen können.

Das Dilemma ist einfach. Für eine qualitativ hochwertige und sichere Arbeit von Ärzt*innen und Facharbeitern sind entsprechende Praxis und Routine unerlässlich. Um diese zu erlernen, wäre jedoch im Regelfall die Arbeit mit echten Patienten erforderlich – doch gerade jungen Fachkräften im Gesundheitswesen fehlt es an der für eine sichere Patientenversorgung notwendigen Routine. Eine Lösung für diesen grundlegenden Widerspruch bietet die Simulationsausbildung, die zwar schon seit langem ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Ausbildung ist, in den letzten Jahrzehnten jedoch enorme methodische und technologische Fortschritte durchlaufen hat. Als grundlegende Form der Simulationsausbildung können beispielsweise die Übungen mit Puppen im Rahmen eines Erste-Hilfe-Kurses angesehen werden, doch in der ärztlichen Ausbildung kommen weitaus ausgefeiltere Methoden zum Einsatz.

Mehr als nur Blech und Software

– Wir neigen dazu, Simulationsausbildung als die Gesamtheit aus Simulatoren und hochentwickelten Virtual-Reality-Systemen zu betrachten, doch es ist wichtig zu erkennen, dass es sich dabei eigentlich nur um Blech und Software handelt, und die eigentliche Arbeit beginnt nicht hier“, beginnt Dr. Péter Maróti, der derzeit an der Harvard Universität – die als eine der Hochburgen der Simulationsausbildung gilt – seinen Master in „Medizinische Wissenschaften in der medizinischen Ausbildung“ absolviert.

– Selbst die ausgefeiltesten Geräte nützen wenig ohne die entsprechenden Grundlagen, d. h. ohne die Einhaltung der Regeln der Simulationsausbildung und die Schaffung eines geeigneten Umfelds. Bei der Planung einer Simulation muss zunächst festgelegt werden, welches Lernziel erreicht werden soll: Welche Fähigkeiten, Verhaltensweisen, Entscheidungsmuster oder fachlichen Kompetenzen soll der Student*innen erwerben? Dieses Ziel muss messbar sein, damit am Ende der Ausbildung ein objektives Feedback gegeben werden kann. Vor der Simulation ist ein sogenanntes Briefing erforderlich, d. h. eine Besprechung, in der die genaue Aufgabe und die Erwartungen erläutert werden.

Nachdem die Grundregeln festgelegt sind, besteht der nächste Schritt darin, die Skepsis beiseite zu lassen – ganz gleich, ob es sich um einen einfachen Eingriff oder eine komplexe Operation in einer absolut realistischen Kulisse handelt.

– Eine Simulation kann natürlich niemals vollständig mit einer klinischen Umgebung übereinstimmen, aber es müssen genaue Rahmenbedingungen und ein genaues Szenario festgelegt werden, an die man sich während der gesamten Übung halten muss, um die Realitätsnähe zu gewährleisten. Auch wenn wir wissen, dass die Situation nicht ganz der Realität entspricht, müssen sich alle so verhalten, als befänden sie sich in einer echten klinischen Situation. Die Übung schließen wir mit einer abschließenden Besprechung ab, in der die Teilnehmer gemeinsam mit dem Übungsleiter ihre Erfahrungen frei diskutieren können. Eine Simulationsübung kann viele Formen annehmen, von einer einfachen Wiederbelebung bis hin zu einem komplexen Eingriff unter Narkose, doch für ihren Erfolg ist die Einhaltung dieses Rahmens unerlässlich – betont Péter Maróti.

Unverzichtbare Vorbereitung für einen „Eintagesarzt“

Die Simulationsausbildung mit hoher Qualität an der Medizinischen Fakultät in Pécs deckt den gesamten Bereich der Patientenversorgung ab, was eine wichtige Neuausrichtung darstellt. Das ursprünglich 2012 gegründete MediSkills-Lab in Pécs war, wie der Name schon sagt, ähnlich wie vergleichbare Einrichtungen weltweit in erster Linie auf die Entwicklung manueller medizinischer Fertigkeiten ausgerichtet. Im Laufe der Jahre hat sich der Auftrag jedoch kontinuierlich erweitert, und heute geht es nicht mehr nur um das Einüben einzelner Verfahren und Routinen, sondern um einen didaktischen Ansatz, der sich durch die gesamte Ausbildung zieht und der nach den Hoffnungen der Leiter des Zentrums in Zukunft auch zur Reform der ärztlichen Ausbildung beitragen könnte.

– Ich halte es für ein wichtiges Ziel, dass die sogenannten „frischgebackenen“ Ärzt*innen, die die Universität verlassen, über ein Wissen verfügen, mit dem sie sich ohne weitere Fortbildung in der Notfallversorgung behaupten können. Dazu müssen die Abschlussanforderungen genau definiert werden, d. h., womit wir unsere Student*innen in die Welt entlassen und welches „Reisegepäck“ sie mit auf den Weg bekommen, damit sie zurechtkommen“, sagt Szilárd Rendeki.

Es gibt viele grundlegende medizinische Fertigkeiten – wie zum Beispiel das Legen eines Blasenkatheters, das Anziehen steriler Handschuhe oder den Umgang mit medizinischen Instrumenten –, die meiner Meinung nach nicht im Rahmen einzelnen Kursen, sondern im Rahmen einer umfassenden medizinischen Kompetenzausbildung vermittelt werden sollten. Die Umsetzung würde natürlich viel Arbeit erfordern, aber die zusätzliche Energie, die in die Ausbildung im Grundstudium investiert wird, würde sich mit Zinsen auszahlen, denn wenn der frischgebackene Arzt die grundlegenden Fertigkeiten bereits sicher beherrscht, müssen sie ihm nicht erst während der Facharztausbildung oder im Bereitschaftsdienst beigebracht werden. Die Hauptgewinner wären dabei die Patienten, die insgesamt eine qualitativ hochwertigere und sicherere Versorgung erhalten würden.

Rechne mit dem Unerwarteten

Eine wichtige Aufgabe der Simulationsausbildung besteht darin, angehende Ärzt*innen und medizinisches Fachpersonal nicht nur auf die gängigsten Verfahren und Eingriffe vorzubereiten, sondern sie auch auf Fälle einzustellen, die aus dem Alltag herausfallen. Ein Beispiel hierfür ist, wenn bei einer Untersuchung die Körperbehaarung Schwierigkeiten beim Anbringen der Elektroden bereitet. Auch wenn dies alles trivial oder sogar lustig erscheinen mag, kann es in einer akuten Situation zu ernsthaften Problemen führen, beispielsweise wenn es bei einem Patienten mit Verdacht auf einen Herzinfarkt zu Verzögerungen bei der Untersuchung kommt. Zwar gibt es keinen speziellen Körperbehaarungssimulator, doch die hochqualitative Simulationsausbildung bereitet die Student*innen auf eine Vielzahl praktischer „Kleinigkeiten“ vor.

– An solchen Details lässt sich erkennen, wer bereits in einer echten Patientenversorgungssituation tätig war und wer sich bisher nur theoretisch oder durch Filme und Serien darüber informiert hat, wie man eine Ampulle schüttelt oder eine Spritze entlüftet – bemerkt Szilárd Rendeki. – Das ist typischerweise Wissen, das man nicht aus Lehrbüchern lernen kann, das aber im Arbeitsalltag sehr wichtig ist.

Das Ziel ist es, eine Art „Muskelgedächtnis“ aufzubauen, durch das angehende Ärzt*innen und Facharbeiter bereits vom ersten Tag an in einem Arbeitsumfeld mit hohem Druck bestehen können.

– Im klinischen Umfeld muss man sich gleichzeitig auf zahlreiche Faktoren konzentrieren, was erheblich erschwert wird, wenn man zusätzlich darauf achten muss, wie man Handschuhe steril wechselt oder wie man die grundlegendsten Instrumente verwendet. Hier geht es nicht nur um Übung: Das Ziel ist das „Imprinting“, also die Verinnerlichung, durch die wir instinktiv in der Lage sind, jene einfachen Handgriffe auszuführen, die sich aus all den in realen Situationen durchgeführten Untersuchungen und Eingriffen ergeben“, erklärt Szilárd Rendeki.

Kliniker mit „schwarzem Gürtel“ gesucht

Diese spezielle Ausbildungsform erfordert wiederum spezielle Ausbilder*innen.

– Ein wirklich guter Simulationsausbilder*in ist ein Kliniker*in mit „schwarzem Gürtel“, d. h., er/sie verfügt über umfangreiche Routine in der Patientenversorgung, gepaart mit einem ausgeprägten pädagogischen Gespür, und ist zudem selbst bereit, dazuzulernen. Letzteres ist wichtig, weil hier instinktives Gespür nicht ausreicht: Die Simulationsausbildung hat ihr eigenes Regelwerk und ihre eigene fachliche Logik – betont Szilárd Rendeki und hebt dabei noch einen weiteren Aspekt hervor: Erfahrungsgemäß sind junge Lehrkräfte in der Simulationsausbildung im Vorteil, und zwar paradoxerweise gerade deshalb, weil ihr Wissen das ihrer Student*innen nicht allzu sehr übersteigt. – Ein Arzt*in, der schon seit mehreren Jahrzehnten im Beruf steht, ist oft schon zu weit von der Realität der Berufseinsteiger entfernt, und es fällt ihm schwer, auf das Niveau zurückzugehen, das für die Ausbildung effektiv sein kann. Ein junger Facharzt*in oder sogar ein Assistenzarzt versteht besser, mit welchen Herausforderungen ein Anfänger konfrontiert ist, und kann glaubwürdiger vermitteln, was man wirklich lernen muss, um bei der Patientenversorgung nicht in Schwierigkeiten zu geraten. Es ist kein Zufall, dass viele unserer Kolleg*innen aus den Reihen unserer ehemaligen Student*innen stammen, denen die Arbeit hier so gut gefallen hat, dass sie nach ihrem Abschluss als Dozent*innen zurückgekehrt sind.

– Medizinstudent*innen sind keine Kinder, sondern Erwachsenen, die als Partner behandelt werden müssen – fügt Péter Maróti hinzu. – Wir müssen ein Umfeld schaffen, in dem sie selbst verstehen, warum das jeweilige Wissen für sie wichtig ist, und das sie motiviert, es sich anzueignen.

Die Wirksamkeit dieses Ansatzes zeigt sich am Erfolg der Medizinstudent*innen aus Pécs bei einem der ältesten und renommiertesten Rettungswettbewerbe der Welt. Bei dem in Tschechien ausgetragenen Wettbewerb trat zum ersten Mal ein ungarisches Team an, und die Student*innen aus Pécs belegten unter den vierzehn Teilnehmern den dritten Platz.

„Dieser Erfolg ist ein gutes Beispiel dafür, wozu ein motiviertes, an sich selbst glaubendes Team fähig ist. Die Student*innen haben ihre Vorbereitung selbst organisiert, ihre Ausbilder selbst ausgewählt und sich durch intensives Training Fähigkeiten angeeignet, die sich auch in realen Einsatzsituationen als funktionsfähig erwiesen haben“, erklärt Szilárd Rendeki.

Spülschwamm vs. virtueller Operationssaal

Der Erfolg der Student*innen aus Pécs wäre ohne die vom Zentrum bereitgestellte Unterstützung nicht möglich gewesen, was insofern als einzigartig bezeichnet werden kann, als die Simulationsausbildung in der medizinischen Ausbildung im Allgemeinen keine so wichtige Rolle spielt wie an der Medizinischen Fakultät in Pécs.

– Die Hochburg der medizinischen Simulationsausbildung sind die Vereinigten Staaten, wo diese jedoch in erster Linie für die Ausbildung von Pflegekräften mit erweiterten Kompetenzen entwickelt wurde, die auch bestimmte medizinische Aufgaben übernehmen. Die sogenannte Innovation aus Pécs besteht darin, dass wir diesem Bereich auch in der Ärzteausbildung besondere Aufmerksamkeit widmen, und die Ergebnisse haben die Wirksamkeit dieses Ansatzes bestätigt“, betont Szilárd Rendeki.

– All das war auch für uns ein kontinuierlicher Lernprozess – fügt Péter Maróti hinzu. – Als wir damit begannen, steckte dieser Bereich in Ungarn noch in den Kinderschuhen, und auch wir haben nach und nach erkannt, wie wichtig ein solides methodisches Fundament ist. Man lässt sich leicht von einem Virtual-Reality-System mit erstaunlicher Realitätsnähe beeindrucken, doch ohne den entsprechenden pädagogischen Rahmen ist deren Nutzen begrenzt. Auch in der Fachliteratur lässt sich gut nachvollziehen, welch großer Hype vor einigen Jahren um die verschiedenen VR-Lösungen herrschte, doch mittlerweile ist die Begeisterung deutlich gedämpft. Man muss genau prüfen, was wo funktioniert, welche Ergebnisse man mit der jeweiligen Übung erzielen möchte, und es kann sogar sein, dass man mit einem einfachen Spülschwamm bessere Ergebnisse erzielt als mit einer hochentwickelten Virtual-Reality-Umgebung.

Das bedeutet nicht, dass den Student*innen während der Übungen nur Spülschwämme zur Verfügung stände. Dank der kontinuierlichen Weiterentwicklung sorgen auf einer Fläche von 1.600 Quadratmetern im Zentrum eine Ausstattung auf internationalem Niveau, verschiedene VR- und AR-Lösungen, ein voll ausgestatteter Übungsraum, ein spezieller Raum für operative Medizin sowie ein eigens entwickeltes intelligentes IT- und audiovisuelles System für realitätsnahe Simulationen, die das gesamte Spektrum der medizinischen Versorgung abdecken.

Brücke zur sicheren Patientenversorgung

Auch wenn Medizinstudent*innen durch eine hochwertige Simulationsausbildung sehr viel lernen können, sind sich die Leiter des Zentrums für medizinische Kompetenzentwicklung und Innovation einig, dass dies das Lernen im Umgang mit Patienten niemals vollständig ersetzen kann.

– Die Arzt-Patienten-Beziehung, die Kommunikation mit den Angehörigen, die körperliche Untersuchung sowie die Anwesenheit und die Reaktionen eines echten Patienten stellen Erfahrungen dar, die kein Simulator vollständig ersetzen kann. Andererseits gibt es jedoch viele Eingriffe und Verfahren, die im heutigen rechtlichen, ethischen und patientensicherheitsrelevanten Umfeld erst nach einer entsprechenden Simulationsvorbereitung an echten Patienten durchgeführt werden dürfen. Die beiden Welten sind also keine Alternativen zueinander, sondern ein ineinandergreifendes, paralleles System“, erklärt Szilárd Rendeki.

– Eine gute Simulationsausbildung kann vieles leisten: Sie schafft eine sichere Umgebung, ermöglicht die Wiederholung von Situationen, gibt kontrolliertes Feedback und lässt Fehler ohne Konsequenzen zu. Aber sie kann die psychologische Belastung, die die Arbeit mit einem echten Patienten mit sich bringt, nicht vollständig reproduzieren. Eine Puppe oder ein Schauspieler mag zwar sehr lebensecht sein, doch das Bewusstsein, dass es sich um einen echten Menschen handelt, bedeutet eine andere Art von kognitiver und emotionaler Belastung –

betont Péter Maróti, der der Ansicht ist, dass die simulationsgestützte Ausbildung für die Student*innen eine sichere Brücke von der geschützten Welt der Universität in die klinische Realität darstellen kann, über die sie hin und her gehen, üben, sich ausruhen und ihr Wissen in ihrem eigenen Tempo festigen können.

Kein Land nur für Ärzte

Obwohl die vorrangige Aufgabe des Zentrums darin besteht, Medizinstudent*innen und andere angehende Fachkräfte im Gesundheitswesen zu unterstützen, ist auch die Förderung des Gesundheitsbewusstseins ein wichtiges Ziel. So blickt beispielsweise das „Police Medic“-Programm auf eine mehr als zehnjährige Geschichte zurück: Im Rahmen dieses Programms erwerben Polizeibeamte die für die Lebensrettung notwendigen praktischen Kenntnisse, und es ist bereits gelungen, auf diese Weise mehrere Menschenleben zu retten. Im vergangenen Jahr nahmen 160 Erzieher*innen aus Pécs und Umgebung an einem Kurs teil, in dem sie neben der Versorgung der für Kleinkinder gefährlichsten Alltagsunfälle auch lernten, die Symptome schwerer Erkrankungen zu erkennen, und das seit 2022 laufende „Ländliche Lebensrettungsprogramm“ unterstützt jene kleinen Gemeinden, in denen qualifiziertes medizinisches Personal nur schwer zu erreichen ist. Szilárd Rendeki ist zuversichtlich, dass es in Zukunft möglich sein wird, noch mehr solcher Programme durchzuführen.

– Die Förderung der grundlegenden Gesundheitskenntnisse der Gesellschaft ist heutzutage besonders wichtig, da einerseits dank des Internets und verschiedener auf künstlicher Intelligenz basierender Programme eine Menge an Gesundheitsinformationen zur Verfügung steht, andererseits deren Zuverlässigkeit jedoch stark fraglich ist. Natürlich ist dies nicht unsere Hauptaufgabe, aber wir verstehen uns nicht nur als Fakultät, sondern auch als Ort der Wissensvermittlung für ein breiteres Publikum. Ich für meinen Teil würde mich freuen, wenn wir das Zentrum auch für Student*innen anderer Fachbereiche öffnen könnten, denn auch ein Lehrer*in oder gar ein Jurist*in oder Wirtschaftswissenschaftler kann in eine Situation geraten, in der grundlegende Kenntnisse in den Bereichen Gesundheit und Erste Hilfe für ihn von entscheidender Bedeutung sind.

Das weltweit führende Fachgremium für Simulation hat das Skill-Labor der medizinischen Fakultät in Pécs akkreditiert

Als erste Einrichtung in Ungarn hat das Zentrum für medizinische Kompetenzentwicklung und Innovation (OKIK) der Medizinische Fakultät der Universität Pécs die vorläufige Akkreditierung (Provisional Accreditation) der weltweit größten Akkreditierungsorganisation für medizinische Simulationen, der amerikanischen Society for Simulation in Healthcare (SSH), erhalten. Die am 21. Juli erteilte Akkreditierung gilt bis Ende 2028.

Wie wir bereits berichtet haben, die Society for Simulation in Healthcare, die mehr als 5.300 Mitglieder zählt und Fachleute aus fast 70 Ländern vereint, unterstützt die Weiterentwicklung der medizinischen Ausbildung und Patientenversorgung durch die Förderung von Simulationsschulungen und Innovationen. Seit dem Start des Akkreditierungsprogramms der SSH wurden weltweit mehr als 290 Einrichtungen und Programme anerkannt, wodurch die Gesellschaft eine entscheidende Rolle bei der internationalen Qualitätssicherung in der Simulationsausbildung im Gesundheitswesen spielt.

Die dem Skill-Labor der Medizinischen Fakultät in Pécs verliehene Zertifizierung ist das Ergebnis eines mehrjährigen Entwicklungs- und Vorbereitungsprozesses. Im Rahmen des Akkreditierungsverfahrens wurden zahlreiche Arbeitsbereiche des Zentrums geprüft, darunter die fachlichen, organisatorischen und qualitätssichernden Aspekte der Simulationsausbildung.

Auf die umfassende Bewertung der eingereichten Unterlagen folgten ein Online-Experteninterview sowie die Einholung weiterer Informationen. Die Gutachter der SSH prüften die Tätigkeit des Zentrums in insgesamt sieben Bereichen der Simulationsausbildung und stellten dabei fest, dass 59 Kriterien erfüllt sind. Die Akkreditierung gilt vom 21. Juli 2026 bis zum 31. Dezember 2028.

„Diese Auszeichnung ist nicht nur eine Bestätigung der Arbeit des Kompetenzzentrums für Kompetenzentwicklung der medizinischen Fakultät in Pécs auf internationaler Ebene, sondern auch ein wichtiger Meilenstein für das Engagement der Medizinischen Fakultät der Universität Pécs im Bereich der Simulationsausbildung. Dieser Erfolg ist ein Verdienst der koordinierten Arbeit der Dozenten, Mitarbeiter und des technischen Personals des Zentrums sowie der Unterstützung durch die Fakultätsleitung“, sagte Dr. Szilárd Rendeki.

Er fügte hinzu, dass das Zentrum für medizinische Kompetenzentwicklung und Innovation der Medizinischen Fakultät der Universität Pécs mit dem Erhalt der Akkreditierung Teil einer internationalen Fachgemeinschaft geworden sei, die weltweit an der Entwicklung von Simulationsausbildungen im Gesundheitswesen auf höchstem Niveau arbeite. Die Akkreditierung eröffnet zudem neue Möglichkeiten in den Bereichen internationale Zusammenarbeit, Wissensaustausch und Weiterentwicklung der Lehre.

Die Gutachter der SSH hoben in ihrer Bewertung insbesondere das gut vorbereitete und engagierte Führungsteam des OKIK, die konsequente Anwendung datengestützter bewährter Verfahren sowie das breite Spektrum an pädagogischen Forschungsarbeiten im Zusammenhang mit der simulationsbasierten Ärzteausbildung als besondere Stärken hervor.

„Dieses Feedback zeigt, dass es heute nicht mehr ausreicht, eine moderne Simulationsinfrastruktur zu betreiben, um international an der Spitze mitzuhalten: Die Ausbildung muss auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren, und ihre Ergebnisse müssen kontinuierlich gemessen und weiterentwickelt werden. Genau daran arbeiten wir in Pécs, und unser Ziel ist es, mit unserer Forschung auch die Zukunft der medizinischen Ausbildung mithilfe von Simulationen aktiv mitzugestalten“, betonte Dr. Péter Maróti.

Fotos:

Kerekes Fotó & Film

Szabolcs Csortos (Univerzität Pécs)

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